Jüdische Namen

Kernbestand der jüdischen Eigennamen und Ausgangspunkt für die Entstehung der Familiennamen sind die biblischen Namen. Ihre einfachste Form sind sog. Bezeichnungsnamen, z. B. Tamar, „Palme“ oder Schimschon/Simson, „kleine Sonne“. Genetiv-Verbindungen wie Obadja, „Knecht Gottes“, führen bereits auf die Satznamen, z.B. Daniel, „Gott ist mein Richter“. Sie unterliegen zum einen den natürlichen Veränderungen, die eine lebende Sprache erfährt, zum anderen ist jedoch gerade der Namenswortschatz offen für Fremd- und Lehnwörter benachbarter Sprachen. So sind die biblischen Namen bis zur Epoche des Hellenismus eine Art Konglomerat aus hebräischen, persischen, arabischen, ägyptischen und aramäischen Elementen. Mosche/Moses dürfte dem Ägyptischen entstammen, in den Namen Mordechai und Ester sind wohl die vorderasiatischen Götternamen Marduk und Istar/Astarte erhalten. Diese Namen sind Zeugnisse der Auseinandersetzung Israels mit den anderen Völkern Vorderasiens, ein fernes Echo von Landnahme und Exil. Mit dem Hellenismus kamen griechische Namen wie Alexander hinzu – und dies nach Apg 4,6 selbst innerhalb der hochpriesterlichen Familie! Unter römischer Besatzung wurden lateinische Namen wie z. B. Rufus gegeben, so der Name eines Sohns des Simon von Kyrene nach Mk 15,21. Saul, latinisiert Saulus alias Paulus, begegnet nach Apg 18,2 in Korinth einem aus Rom vertriebenen jüdischen Ehepaar mit den schönen Namen Aquila und Priscilla.

Eine Auswahl biblischer Namen mit wechselndem Umfang bildete in Mittelalter und Neuzeit den Kern der jüdischen Namen in der Diaspora, des außerhalb Israels lebenden Judentums. Juden waren den römischen Legionen und Handelswegen in die entlegensten Gebiete des Römischen Reiches gefolgt. Mit dem Wegfall der römischen Zentralgewalt und der Zersplitterung des Reiches entstand ein südwesteuropäisches, sephardisches und ein nordöstliches, ashkenasisches Judentum. Wurde ersteres und mit ihm sein Namenschatz durch die romanischen Sprachen geprägt, geriet letzteres unter den Einfluss der entstehenden deutschen Sprache. Neue Namen wurden aufgenommen, die eigenen näherten sich dem sprachlichen Umfeld an. Dafür sorgte schon allein die „Abschleifung“ im alltäglichen Gebrauch, die z. B. aus „Levi“ „Leib“ werden ließ, aus „Salomon“ „Salem“ oder – mit der Endung -mann versehen – „Schlomann“. In umgekehrter Richtung legte man Wert auf eine Verbindung des deutschen mit dem hebräischen Namen, und wenn sie „nur“ lautlich oder assoziativ war. Dies gilt besonders für die erzwungene Annahme deutscher Familiennamen im 18. und 19. Jahrhundert. Die alten Namen wurden übersetzt, man wählte Symbole, sinnverwandte oder auch nur ähnlich klingende deutsche Wörter und versah hebräische Namen mit deutschen Endungen. Einige Beispiele sollen diese für die Entstehung der jüdischen Familiennamen wichtigen Prozesse verdeutlichen:

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Literaturtipp:
A Dictionary of Jewish Names and their History, Benzion C. Kaganoff

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1. Übersetzung hebräischer Namen

Benedikt: lateinisch für Baruch
Selig: deutsch für Baruch oder Ascher
Taube: deutsch für Jona

2. Symbole

2.1 Nach Jakobs Segen über seine Söhne Gen 49 ergeben sich folgende Symbole:

Wolf: für Benjamin
Löw: für Juda
Hirsch: für Naftali

2.2 Nach dem Segen über die Stämme Israels Dtn 33,17:

Stier: für Josef

2.3 Ohne bekannten Hintergrund werden assoziiert:

Lamm: für Ascher
Fisch: für Efraim (auch: Fischmann, Karpfen, Heilbutt)
Falk: für Josua
Bär für Issachar

2.4 Weitere Verknüpfungen:

Lachmann: für Jizchaq (nach dem Lachen Avrahams und Saras, vgl. Gen 17,17; 18,12; 21,6f)
Gottesmann: „Synonym“ für Mosche (auch: Guttsmann, Cozmann)

3. Ergänzung mit deutschen Endungen

(meist Liebkosungsendungen)

Aberle: für Avraham (von der Abschleifung Aber)
Leibel: für Levi (von der Abschleifung Leib)
Mendel: für Menachem/Immanuel/Manasse
Muschel: für Mosche
Schimmel: für Simeon/Schimon

4. Wahl ähnlich klingender deutscher Namen:

Eber: für Avraham (von der Abschleifung Aber)
Bonheim: für Benjamin (von der Abschleifung Bonem)
Kahn: für Kohen (von der Abschleifung Kohn; auch: Schiff)
Lieb: für Levi (von der Abschleifung Leib, mit Endung auch: Liebmann)
Mannheim: für Menachem
Rubin: für Reuven/Ruben

Weiter: Die Entstehung jüdischer Familiennamen


75 Kommentare

  1. Wolfgang Sautter, 89522 Heidenheim, Keltenstr. 17

    Sehr verehrtes Team,
    meine Frage an Sie lautet: Ist der Familienname meiner Schwiegereltern „Langrock “
    jüdischem Ursprungs ?

    Ich bin auf Ihre Antwort gespannt, da ich mit meinen Schwiegereltern hierüber schon
    sprach. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, konnten diesen Punkt aber nicht klären.

    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Sautter

    • Ich habe den Wunsch in absehrbarer Zeit dem Judentum beizutreten. Über den mütterlichen Teil, trug meine Mutter den Nachnamen FRIED. Kann man darauf schließen, das wir jüdische Menschen zu Ahnen haben? Übrigens: Alle bisher gelesenen Seiten sind sehr informativ und es macht Spaß im jeweiligen Thema zu suchen! Besten Dank, Jan Wilde

  2. Sehr geehrter Herr Sautter,
    vorerst muss ich leider passen – nach einem ersten Rundumblick in der mir verfügbaren Literatur kann ich Ihnen keine nähere Auskunft geben. Ich hoffe, den Familienfrieden nicht zu gefährden! 😉 Als spezifisch jüdischer Name ist mir „Langrock“ allerdings nicht geläufig. Sobald ich mehr herausfinde, werde ich es hier veröffentlichen.
    Beste Grüße!
    nce

    • Hallo Herr/Frau Rebstock, es gibt durchaus jüdische Familien mit dem Namen Rebstock, und dieser Name hat als jüdischer Familienname sogar einige sehr interessante namenkundliche Hintergründe. Ich habe mir das auf meine Themen-Liste gesetzt, für einen der nächsten Einträge in unserem Namen-Lexikon 😉 Daneben (und sogar deutlich früher) kommt der Name allerdings in christlichen Familien vor. Es ist also wie so oft zunächst eine Frage der Ahnenforschung.

  3. Jüdische Einwohner aus Isselbach nahmen den Nachnamen Isselbächer an.
    Frage: „In welchem Jahrhundert war das?“
    Mussten auch sie durch den Landesherren den ev.Glauben annehmen?

    Vorname des Vaters war Jacob Isselbächer, seine Tochter heiratete einen mit ev.Glauben.

    • Eine genaue Antwort erfordert mehr Kenntnis der Geschichte der Grafschaft Holzappel-Schaumburg bzw. des Herzogtums Nassau als ich spontan aufbringen kann 😉 Die Annahme eines deutschen Familiennamens wurde für die jüdische Bevölkerung deutscher Länder im späten 18. und im 19. Jahrhundert verbindlich, der genaue Zeitpunkt hängt von der Gesetzgebung des jeweiligen Landes ab. Ein Zwang zum Religionswechsel war damit normalerweise nicht verbunden. Der Ansatz dieser Gesetze war vielmehr, jeden Untertanen zu einem möglichst nützlichen Teil des Staates zu machen, und dazu gehörte einfach auch, dass man Namen in der „Amtssprache“ verlangte. Die Reform der Familiennamen war ein wichtiger Teil der sog. „jüdischen Emanzipation„, die die jüdische Bevölkerung zu Staatsbürgern machte, mit (weitgehend) allen Rechten und Pflichten.

      Diese Gleichstellung führte auf der anderen Seite zur Assimilation, einer Annäherung an die Kultur der christlichen Umwelt, von der sich viele Juden möglichst wenig unterscheiden wollten. Dabei kam es dann auch nicht selten zur Annahme des christlichen Glaubens; ein berühmtes Beispiel ist Felix Mendelssohn Bartholdy, der protestantisch getauft wurde, noch bevor seine Eltern selbst zum Christentum konvertierten. Mir scheint, die Tochter des Jacob Isselbächer könnte auch so eine Assimilations-Geschichte sein.

      Allgemeine Hinweise zur Entstehung deutscher Familiennamen von jüdischen Familien haben wir in einem eigenen Kapitel zusammengestellt.

    • Ein interessanter Name, zu dem ich im Moment leider keine Information greifbar habe. Haben Sie Anhaltspunkte, die Sie auf einen jüdischen Namen schließen lassen?

  4. Matthias Walther

    Guten Tag,

    In meiner Familie kommen neben Walther folgende Namen vor: Schütz, Helbing, Rumpfholz, Rechenbach, Hölzer. Können Sie mir sagen ob hier bei einen oder mehreren jüdischen Ursprungs ist. Vielen Dank.

    Matthias

    • Guten Abend, Herr Walther, bei den genannten Namen ist es wie bei vielen deutschen Nachnamen – sie können durchaus von jüdischen Familien geführt werden bzw. geführt worden sein, es sind aber einfach deutsche Namen. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass z. B. „Rechenbach“ mit etwas Phantasie auch z. B. vom (biblischen) Vornahmen Rahel hergeleitet werden könnte – das ist aber soweit Spekulation, ich habe kein Beispiel dafür, und würde auch einen Flurnamen für einen wahrscheinlicheren Hintergrund halten. Die Namenkunde ist für den Ahnenforscher oft ein brüchiges Eis, um ein saisonales Bild zu wählen, das vielleicht angemessen ist 😉 Eindeutige Antworten, die nicht durch andere historische Fakten abgesichert sind, bietet sie selten. Beste Grüße!

    • Ein spezieller Hintergrund in der jüdischen Kultur ist mir nicht bekannt. Fikus (lat. ficus) ist ja erst einmal die Übersetzung von Feige. Ich könnte mir mit etwas Phantasie vorstellen, dass Träger des deutschen Namens Feige, bei denen er vom Adjektiv „feige“ abzuleiten war, die Latinisierung gern genutzt haben, um den Sprung ins Obst unumkehrbar zu machen 😉 Aber das ist nur eine Vermutung, wenn auch eine amüsante.

    • Zu Scheming bin ich immer noch ratlos, was das für ein Wort ist – es gibt wohl ein niederdeutsches „Schem“, was Brücklein, Steg bedeuten soll, aber was sagt uns das? Bernhard hingegen ist ein ganz alter deutscher Name (Bär + hart/streng).

  5. Sorry, noch mal der gleiche Text, aber ich hatte leider die falsche E-Mail-Adresse. Also meine Frage ist, ob der Name Haferkorn einen jüdischen Ursprung hat, wenn es ginge mit geschichtlichen Hintergrundinfo’s!
    Danke schon mal im vorraus!

    • Der Nachname Haferkorn wird als Berufsname auf den Haferbauern bzw. Haferhändler zurückgeführt, also ein schöner deutscher Nachname 🙂 ohne spezifischen Hintergrund in der jüdischen Kultur.

  6. Marleen Baumann

    Sehr geehrtes Team,
    irgendwie komme ich nicht weiter. Mein Vater ist früh gestorben, zu seiner Familie habe ich keinen Kontakt und immer wieder werde ich angesprochen, ich sehe nicht deutsch aus, ob ich Jüdin sei.
    Der Nachname meines Vaters war Baumann. Seine Eltern hießen aber Röttgers.
    Meine Mutter hat den Geburtsnamen Rathai.
    Ob Baumann, Rathai, Röttgers – ich würde zu gerne wissen, wo meine Wurzeln herkommen.
    Ich habe den Geburtsnamen Baumann.
    Können Sie mir weiterhelfen?

    • Lars Jodscheit

      Hallo Marleen. Du siehst „nicht deutsch“ aus…?! Wie sieht denn ein Deutscher/eine Deutsche heute aus? So eine Äusserung ist ja fast anachronistisch.Und wenn dann jemand noch zu hören kriegt,er/sie sähe „jüdisch“ aus, dann ist das ja schon der Hammer. Wie sehen denn Juden aus? Unglaublich,mit was für Leuten verkehrst Du denn. Gott sei Dank haben wir heute auch in D eine gut „durchmischte“ Bevölkerung,die Rassenkunde der Nazis wird damit gottlob nach und nach ausradiert.Und weil viele Deutsche auch einen Elternteil aus Südeuropa oder Asien oder Osteuropa haben,sehen die Leutchen auch heute halt nicht mehr so „deutsch“ aus wie vor ein paar Jahrzehnten noch.Und das ist auch gut so:-))
      Nebenbei: auch Juden sehen nicht jüdisch aus. Je nachdem wo sie herkommen oder ihre Vorfahren herkamen,sind die im Aussehen so unterschiedlich wie Christen ,Muslims oder Atheisten auch.Feststellen kann man aber,dass zB in Israel auffallend viele sehr hübsche Frauen rumlaufen.Dann wohl wg.der guten ethnischen Durchmischung auch dieser Gesellschaft dort.Oder geh mal nach Holland,da sieht kaum jemand aus wie Frau Antje aus Holland! Kolonialgeschichte und Einwanderung haben dort schon viel früher als bei uns für Mischtypen gesorgt.Sind wir froh,dass die Welt bunt ist!

  7. Astrid gavini

    Ciao,
    meine Eltern rätselten schon lange, ob der Familienname SCHÖNMEHL jüdisch/hebräischer Abstammung sein könnte.
    Ich las einmal etwas über das „schöne Mehl“, welches nach dem Auszug aus Ägypten geopfert wurde …
    Kam aber zu nichts Entgültigem.
    Danke für Ihre Antwort.

  8. Benjamin X

    guten Tag,
    wissen Sie zufällig ob es sich bei den
    Kohns aus der Gegend um Andernach am Rhein um „einkatholisierte“ Juden handeln mag – primär handelt es sich um meinen Großvater, geboren 1929, durch Kriegswirren im Ruhrgebiet gelandet und laut Geburtsurkunde katholisch – inzwischen leider längst verstorben. ( 2.ter Mann meiner Grossmutter mütterlicherseits – nach wie vor den Namen Kohns tragend ) ?

    Es wäre von größtem privatem Interesse ..

    Er war mein „Ziehvater“, der leibliche ist unbekannt und die Mutter hat kein Sorgerecht ( ebenso verworrene Geschichte )

    Ich stocher ewig in der eigenen Historie herum und irgendwas wird mir verschwiegen, jedoch haben sich eindeutig jüdische Gepflogenheiten durch die Erziehung der Großeltern bei mir eingebürgert. Katholische Kirche hat er jedenfalls nie besucht, auch keinerlei christlichen Feste mitgemacht. mich nicht taufen lassen usw. Dafür haben wir samstags Kerzen angezündet, Sie verstehen .

    Meine noch lebende Grossmutter „will“ sich nicht erinnern bzw. darüber sprechen. Es gibt noch Kohns dort, aber weiß ich, ob die verwandt sind ? Man kann ja nicht wildfremde Leute belästigen ..

    Daher habe ich – als ich Ihre Seite hier fand – gedacht „ein neuer Suchpunkt“ ..

    Grüße und haben Sie dank für jeden Hinweis ( auch von Mitlesern )
    B.

    • Lars Jodscheit

      Hallo Benjamin,
      dein Beitrag ist ja sehr interessant. Und du scheinst wirklich das Gefühl zu haben,dass dir was verschwiegen wird.Man kann sich aber ja auch täuschen:-)
      Ich bin als Familien-„Forscher“ ziemlich erfahren. Daher mein Tip: wende dich mal an die kath.Kirche des Geburtsortes deines Grossvaters,bitte um Einsicht ins (oder Auskunft aus) dem Taufregister. Und geh zum Geburtsstandesamt deines Grossvaters,lass dir die Namen/Daten seiner Eltern geben.Falls die nicht eh aus seiner Geb.-Urkunde hervorgehen.
      Als nächsten Schritt erkundest Du, ob/wenn Ja WO dein Urgrossvater getauft wurde.Wenn Du Fragen hast od. nicht recht weiterkommst,wende dich gerne an micht.Meine private mail: lajo.eu-dl (at) web.de
      Gruss aus Bayern,
      Lars

  9. Benjamin X

    Verzeihung : ein Fehler hat sich eingeschlichen :

    nicht laut Geburtsurkunde, sondern laut Stammbuch der Oma, unter Hochzeit standesamtlich, dort steht : „katholisch“. Er selbst hat so gut wie keine Papiere hinterlassen ( „im Krieg verloren“ .. ), also gibt es kein Ursprungsdokument.

  10. Ursula-Maria Krah

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    meine Urgroßmutter stammte aus Thüringen und war eine geborene „Bastheimer“. Kann es sich dabei um einen jüdischen Namen handeln?
    Mein Vater und seine Schwester brauchten im Dritten Reich einen Arier-Nachweis, um heiraten zu können. Immer wenn mein Vater über diese Dokumente sprach, erwähnte er von sich aus (es muss ihn und die Familie also sehr beschäftigt haben) den Namen dieser Großmutter, und machte Überlegungen zu einer möglichen adligen Herkunft. Letzteres halte ich aber für völlig unrealistisch und könnte mir eher vorstellen, dass es sich dabei um ein aus Scham oder Angst geborenes Verdrängungsmoment handelt. – Denn mein Urgroßvater war ein gestandener Gerbermeister mit eigener Werkstatt und seine Frau Elise (geb. Bastheimer) nach Sicht der Abschrift ihrer Geburtsurkunde evangelisch getaufte Tochter eines Landwirts, der, soweit ich weiß, auch Dorfschulze war und einen Fuhrbetrieb hatte.
    Kann es sein, dass sich Mitte des 19. Jahrhunderts Familien aus dem Landjudentum in kleineren Gemeinden ansässig machen konnten, wenn sie sich taufen ließen? Dass es auf dem Lande viele Viehhändler jüdischer Herkunft gab, ist mir bekannt.

    Für Ihre Mühe herzlichen Dank,
    mit freundlichen Grüßen

    U.-M. Krah

    • Sehr geehrte Frau Krah,

      Konversionen von jüdischen Familien kamen im 18. und 19. Jahrhundert m. W. durchaus auch auf dem Lande vor, wobei man immer berücksichtigen muss, dass die „Hemmschwelle“ für einen solchen Schritt höher lag als in städtischen Kontexten. Mit dem Wechsel der Religion kappte man meist alle bisherigen sozialen Verbindungen, und manche Familie brachte dieser Schritt ins Elend.

      Ohne konkrete Belege wäre ich bei dieser Vermutung also sehr skeptisch, zumal der Name „Bastheimer“ zunächst einmal ein deutscher Herkunftname ist. Da es in einem regional vermutlich passenden Bastheim eine jüdische Gemeinde gab, kann dieser Name natürlich von jüdischen Familien aus Bastheim als deutscher Name geführt worden sein. Ebenso ist er aber als Name einer (nicht-konvertierten) christlichen Familie denkbar. Das hilft Ihnen nun wahrscheinlich nicht sehr viel weiter, aber vielleicht ein bisschen 😉

      Beste Grüße!

  11. Kuznetsova

    Sehr verehrtes Team,

    ich danke erst mal für eine tolle Seite. Meine Frage ist folgende:
    Meine Eltern stammen aus Russland, St-Petersbug, mein Opa aus Weißrussland und meine Oma aus Usbekistan. Mein Opa verlor seine Eltern sehr früh und hatte deswegen keine Möglichkeit sein echter Familienname zu erfahren. Es war so, dass er in einem Weisenhaus aufgewachsen war und sein jüdischer Namen auf Russisch „übersetzt“, verändert wurde, weil man Angst hatte, ein jüdisches Kind aufzunehmen. Mein Opa erinnerte sich nur, dass sein echter Name dem Namen Kusnezow ähnlich klang. Ich versuche seit Jahren unser Familienname, zu finden und ihn wieder anzunehmen! Könnten Sie eventuell sagen, welche jüdischen Namen meinem jetzigen ähnlich sind. Ich danke Ihnen in voraus.

    • Sehr geehrte Frau Kuznetsova, ganz spontan würde mir „Kusel“ einfallen, das lässt sich von „Cosel“ oder von „Jequtiel“ herleiten, wobei ich das nicht sehr überzeugend finde. Aber vielleicht hat sich Ihr Großvater auch nicht ganz korrekt erinnert, und sein Name wurde nicht wegen seines ähnlichen Klanges gewählt, sondern wirklich übersetzt – Schmied/Schmid/Shmidl ist ein geläufiger jüdischer Familienname. Als Handwerksbezeichnung kommt er natürlich mindestens so oft auch bei nichtjüdischen Familien vor, in Russland bzw. Weißrussland fände ich es aber nicht unwahrscheinlich, dass die jiddische Form im Hintergrund steht. Beste Grüße!

      • Wobei Sie vergessen, das kleine Detail zu erwähnen, dass fast jeder nicht-russischer Bürger den Stempel „Jude“ oder „Schid“ auf russisch gekriegt hat. Das gleiche Problem ist auch an den Anfängen von St Petersburg passiert – das Wort für Ausländer im Slawischen heißt „nemzi“, diese Bedeutung wurde nach der Öffnung „des Fensters zu Europa“ auf alle einwandernden Fachkräfte ausgedehnt und da die meisten aus den deutschen Regionen kamen, wurde es somit im Laufe der Geschichte einfach übernommen.
        Da Frau Kuznetsova schreibt, dass ihre Eltern in St Petersburg geboren sind, ihre Großeltern jedoch von quasi 2 verschiedenen Kontinenten stammen, würde ich behaupten, dass Sie doch einfach zu der Bevölkerung der prerevolutionären Dörfe der ausländischen Fachkräfte gehören. Diese wurden bekanntermaßen in die Ukraine/Weißrußland (Landwirtschaft) und Asien (Industrie) zur Zwangsarbeit geschickt (zwischen ’24 und ’53 sind unglaublich viele Familien zerbrochen/umgesiedelt/ teilweise vernichtet worden). Dort haben sich Einheimische und solche „Ausländer“ vermischt – nach dem Tode Stalins wurde bekanntermaßen eine Rehabiliterung aller Politgefangenen durchgeführt. Da man keine Unterlagen besaß, wurden wie zur Revolutionszeit einfach der Vorname und ein willkürlicher Nachname aufgeschrieben. (Außerdem kam es desöfteren vor, dass die Nationalität aus Rechtschreibschwäche etc falsch eingetragen wurde -> siehe die Anzahl der Indianer in UdSSR 🙂 ) Leningrad (jetzt St. Petersburg) spielt in dem Falle keine Rolle, da es die einzige Verbidung in den Westen war – nur aus Leningrad fuhren Züge nach Pribaltik und weiter nach Westeuropa durch.

        Falls Sie jedoch irgendwelche Unterlagen aus dem Waisenhaus haben, würde es Ihnen ungemein helfen, da solche Stellen in UdSSR schon immer staatlich finanziert worden sind und ziemlich viele und sichere Unterlagen gesammelt haben. (Falls die Aufpasser im Waisenhaus ältere Personen waren – in dem Falle per Kriegsgräberfürsorge oder Ähnliches Kontakt zur russischen Seite herstellen, falls jedoch das Waisenhaus von Militärs geleitet wurde, sind alle Unterlagen sicherlich „verschwunden“)

        Und an alle Besucher der Seite: judisch, nicht judisch, wen interessierts? Menschlich sollte man sein… 😉

  12. Mal ganz kurz in eigener Sache: Ich freue mich über die große Resonanz 🙂 und bemühe mich, alle Anfragen zu beantworten – soweit es die Zeit zulässt. Wenn eine Frage zunächst einmal unbeantwortet bleibt, ist das keine böse Absicht.

  13. Patrick Frank

    Sehr verehrtes Team

    meine Familie hat wiederholt den Versuch unternommen, einen Stammbaum aufzuzeichnen. Bis ins Jahr 1787 scheint das auch gelungen zu sein. Mein Grossvater hat die Information erhalten, dass Juden im 18. Jahrhundert Nachnamen annehmen und sich die Namen kaufen mussten, nach dem Prinzip: Teuerste Namen waren Orts- und Städtenamen, billigste die bekannt abschätzigen Namen wie ‚Treppengeländer‘ etc.

    Zunächst wollte ich fragen, ob dies stimmt, dass die Namen verkauft wurden?

    Der letzte Urahne war ein ‚Hirsch Frankfurt‘, Ort unbekannt, geboren ca. 1750. Der Sohn war ein ‚Nathan Frankfurt‘, dessen Sohn – die erste sichere Quelle – ein ‚David Hirsch Frank‘ aus Altenschönbach war.

    Ist es möglich, dass aus Frankfurter Frank wurde?
    Wann wurde in der Gegend Fürth/Bayern die Nachnamenspflicht eingeführt?

    Vielen Dank für die Antworten!

    P. Frank

  14. Klaus Löw

    Guten Tag verehrtes Team,

    laut „Yasni“ ist mein Familienname jüdischen Ursprungs und wurde abgewandelt aus dem namen „Levi“. Können Sie diese Auslegung bestätigen, oder gibt es noch andere Deutungen?

    Mit freundlichen Empfehlungen und Dank im Voraus,
    Klaus Löw

    • Hallo Herr Löw, yasni würde ich als namenkundliche Quelle nie überbewerten 😉 „Löw“ kommt aber tatsächlich auch als deutsche Entsprechung zum hebräischen „Levi“ vor, ganz offensichtlich wegen des ähnlichen Klangs. Eine andere Ableitung finden Sie oben unter 2.1, da handelt es sich um einen Rückbezug auf das Symboltier für „Juda“ nach Gen 29. Aber: man kann nicht auf jüdische Vorfahren schließen, bloß weil man einen Namen hat, der (auch) von jüdischen Familien geführt wurde bzw. wird. Das ist immer eine Frage der jeweiligen Familiengeschichte. „Löw“ wurde z. B. auch von sehr vielen nicht-jüdischen Familien geführt, ich nehme an, weil man sich mit den (guten) Eigenschaften des Tieres identifizierte – oder identifiziert wurde. Beste Grüße! nce

  15. Anne-Christin Meffle

    Liebes Team,

    stecke fest mit meiner Ahnenforschung: letzter definitiver und belegter Name ist Hirsch (Hermann) Rhein (Rhine), geb. 1821 in Zossen, gestorben 1882 in Hamburg – Kaufmann (seine Kinder sind getauft worden, von ihm weiß ich darüber nichts).
    Vater soll sein David Rhein, die Mutter hieß Jette Hirsch. Wie komme ich weiter?
    Es soll in der Verwandtschaft einen Daniel Hirsch Rhein gegeben haben, der wohl von Neuwied aus nach Amerika gegangen ist.
    Ist das u.U. der Vater von David?

    Mit freundlichen Grüßen und der Hoffnung auf Tipps
    verbleibe ich A.-Chr. Meffle

    • Hallo Frau Meffle, Ihre Frage kann man natürlich nicht mit allgemeiner Namenkunde und aus der Ferne beantworten 😉 Ich nehme an, Sie haben bereits in familiären Unterlagen und/oder Archiven geforscht? Vielleicht schreiben Sie etwas mehr über den Stand Ihrer Arbeit (soweit Sie das hier öffentlich sichtbar haben wollen), so dass wir oder andere Leser Ihnen ggf. weiterführende Tipps geben können. Viele Grüße! nce

      • Anne-Christin Meffle

        Liebes Team,
        danke für die schnelle Antwort! Wie gesagt, ich habe über meine Familie Daten meiner Großeltern, Urgroßeltern und bei weiteren Forschungen dann auch mal im Moment alles, was mir mit den momentan verfügbaren Mitteln (erweitertes Mitglied bei „ancestry“ und „Ellis Island“ sowie Zugang zum Staatsarchiv Hamburg) möglich ist, über meine Ur-Urgroßeltern heraus gefunden. Bei ihnen „hänge“ ich nun. In Hamburg war der Tod von Hirsch (Hermann) Rhein (Rhine) mit Datum, Geburts- und Sterbeort (Wohnung) von seinem (vermutlich) Schwager gemeldet worden. Die Namen seiner Eltern waren erwähnt, nicht jedoch irgendwelche weitere Daten. Mich interessiert nun im Grunde zuerst einmal die gängige Namensvererbung in jüdischen Familien. Wenn der Vater „David Rhein“ hieß – ist es dann möglich, dass seine Vorfahren wirklich aus einer Gegend am Rhein stammten oder einmal dort hinzogen sind und dann diesen Namen annahmen?
        Wie ich erwähnte, schwirrt in unserer Familie der Name „Daniel Hirsch Rhein“ herum – dazu die Angabe, dass der wiederum aus der Gegend/oder daselbst von Jüterborg stammen soll und wohl nach Amerika gegangen sein soll…
        Leider habe ich über das Herumgooglen noch nichts gefunden, weiß auch nicht genau, welchen Zeitpunkt ich da anpeilen soll: Mitte 18.Jahrhundert oder Beginn – oder war dieser „Daniel Hirsch Rhein“ vielleicht ein Bruder von „David Rhein“???
        Leider bin ich auch über die ganzen ins Netz gestellten Dokumente von „ancestry“ diesbezüglich nicht weiter gekommen.
        Bemerkenswert war für mich ein Reisepassgesuch meiner Ur-Urgroßmutter (Johanna Charlotte) Elizabeth, die auch nach dem Tod ihres Mannes noch in die USA reisen wollte und dort angab, ihr Mann sei von 1835 bis 1882 (sein Todesjahr) Bürger von New York gewesen. Das heißt, er muss (vermutlich mit einem Erwachsenen) als 14jähriger Knabe nach New York gereist sein – um dort den Vater oder Großvater zu besuchen??? Ich habe nichts dazu gefunden – zu späteren Reisen, die vermutlich beruflich bedingt waren (er war Kaufmann) ja, aber keine Dokumente aus der Zeit.
        Noch eine bemerkenswerte Sache: es gibt ein Schiffsdokument über eine Reise nach England – bereits 1849. Da nennt er sich bereits „Hermann Rhine“.
        Über seine Frau (geborene Sperlein) ist mir bekannt, dass ihre Eltern christlich geheiratet haben (dokumentiert in Kirchenarchiven in Hamburg) – sie wird also Christin gewesen sein. Über eine Heirat der beiden (Hirsch (Hermann) Rhein (Rhine) und Johanna Charlotte Elizabeth Sperlein) ist nichts zu finden.
        Die beiden sind 1860 nach Amerika gegangen (sie ist übrigens 1840 geboren). Er ist dort 1861 eingebürgert und ihr erstes Kind ist dort geboren worden. 1862 sind sie nach England gegangen (Großraum London)- weitere Kinder folgten dort(5).
        Ihre ersten beiden Kinder haben sie erst 1864 ! dort taufen lassen, während die nachfolgenden Kinder jeweils kurz nach dr Geburt auch getauft wurden. 1875 ist die Familie nach Hamburg gezogen, wo 1876 das letzte Kind geboren wurde.
        Auch die Kinder sind fast alle später öfter nach New York gereist.
        Noch etwas wurde in unserer Familie immer wieder erwähnt:
        es soll einen bekannten Psychologen (Professor in Harvard – so wurde gesagt) mit Namen „Rhine“ in Amerika gegeben haben, der wohl irgend wie verwandt mit dieser Linie meiner Familie ist. Ich denke, es muss sich dann wohl um „Joseph Banks Rhine“ handeln, habe auch über „ancestry“-Stammbäume versucht, eine Verbindung herzustellen – bin dort aber nicht entscheidend weiter gekommen (da gibt es auch teilweise Namens-Widersprüche bei den Ahnen von Joseph Banks, wobei ein Stammbaum bei einem „Daniel Rhein“ endet -leider keine weiteren Angaben!).
        Ob diese ganzen Details, die ich Ihnen beschrieben habe, helfen, weiß ich nicht. Vielleicht gibt es ja doch jemanden, der da etwas von „seiner Linie“ wieder erkennt…
        Auch wenn ich jetzt über die Personenangaben nicht weiter komme, interessiert mich dringend: Details zur Namenvererbung, gab es Mischehen zu der Zeit oder war es üblich, dass (bis Kinder kamen) man bei solchen Partner-Mischverhältnissen (Jude und Christin) zu damaliger Zeit erst mal nicht heiratete?

        Vielen Dank noch einmal für eure schnelle Reaktion und viele Grüße von A.-Chr. Meffle

  16. Eugen Falkenstern

    Ich habe auf Ihrer Webseite gelesen, dass der Begriff Falk sich auf Josua beziehen kann. Haben sie Informationen zu der Kombination Falkenstern?
    Es ist vielleicht interessant dabei zu erwähnen, dass mein Großvater russlanddeutscher Abstammung ist. Mein Großvater ist strenggläubiger freikirchlicher Christ und streitet jegliche verwandschaftliche Verhältnisse zu Juden ab. Vielleicht hat es auch nichts mit dem Christsein zu tun sondern mit einem verpöhnten Ruf den Juden im russischen Raum haben.

  17. Lars Jodscheit

    FN: Lauterstein
    ich recherchiere seit längerem bezügl. der jüdischen Familien LAUTERSTEIN aus Ostpreussen.Dort gab es mehrere Zweige dieses Namens,auch die in Westdeutschland (Berlin u.Kgr.Hannover) vor 1945 zu findenden Lautersteins hatten ostpreussische Wurzeln. Meine Frage: woher könnte dieser doch ganz klar deutsche FN stammen?
    Ich tippe bisher immer auf die Ortschaften/den Felsen „Lauterstein“ in Sachsen,da dort in der Chronik im 15.Jhd. ein „Jude Abraham“ nachweislich auftaucht. Der Ort Lauterstein/Baden Württemberg kommt nicht in Frage,da er eine Kreation der Gebietsreform um 1970 ist.
    Ich weiss,dass es sehr viele Lautersteins (jüdische) vor allem früher im Kgr.Österreich-Ungarn gab,und auch in den dazugehörigen Gebieten Galizien und Ukraine.Auch gab es Lautersteins nachweislich um 1850-1880 in Litauen und zwar genau dort,wo es an Ostpreussen angrenzte. Die ostpreuss.Lautersteins stammen auch nachweislich mind. in einigen Zweigen von dort her!
    Frage: bezieht sich der FN Lauterstein auf regionale Herkunft (Ortsname,geograpohischer Name) oder hat er biblische Wurzeln…?
    Grüsse aus Oberbayern, Lars Jodscheit

  18. Martina Karem-Weigl

    im ahnenpaß meines vaters scheint ein ´´ZUCKERHUT´´ auf, ist zuckerhut ein jüdischer name? und woher stammt dieser name bzw. wo ist er häufig zu finden???
    DANKE FÜR IHRE MÜHE

  19. Lena Liebenthal

    Ich werde aufgrund meines Namens häufiger gefragt, ob ich Jüdin wäre oder jüdische Vorfahren hätte. Da ich selbst bisher keine Antwort darauf gefunden habe, wollte ich fragen, ob der Name „Liebenthal“ jüdischen Ursprungs ist.

    Vielen Dank im Voraus.

  20. Hallo Ihr Lieben,

    ich wollte mich informieren, ob der Nachname Hertel einen jüdischen Ursprung hat.
    Hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.

    Liebe Grüße und vielen Dank!

  21. Geerhardt Haase

    Hallo, früher hat es mich nicht interessiert, nun hab ich keinerlei Verwandte mehr und plötzlich will ich wissen, wo meine Wurzeln sind – somit kann ich nur auf wenige schriftliche und noch weniger mündliche Überlieferungen zurückgreifen. Meine Oma war eine geborere von Nöthlich, später nur Nöthlich aus dem Raum Zeulenroda in Thüringen, mein Opa hieß Ignatz Däumel, allerdings soll der Nachname früher Ignaz gewesen sein. Väterlicherseits hießen meine Vorfahren alle Haase, vorher Hase, noch früher von Hase, das „von“ und das „2. a“ hätte man sich gekauft, um deutscher zu klingen???? Die Familie lebte „immer?“ in Berlin und hatte lt. meinem Vater lockeren Kontakt zur Jüd. Gemeinde, man sei ja aufgeklärt gewesen, meinte mein Vater früher. Seine Eltern sahen aus wie Japaner bzw. Asiaten aus. Das Foto hab ich kürzlich gefunden. Tatsächlich, wie Mongolen in Anzug und Kleid.
    Von Berlin zog man Ende der 30er Jahre nach Thüringen, um „unterzutauchen“? Mein Vater war als Kind blond, später allerdings wurde er dunkel und wirkte auch asiatisch, genau wie seine ältere Schwester. Mich allerdings könnte man rein optisch als aus dem Nahen Osten eingereist eingruppieren. – Wie gesagt, nachfragen kann ich nicht mehr, aber kann es sein, dass ich eh Multikulti bin? Oder anders gefragt, wie könnte ich nun noch etwas über meine Vorfahren rausbekommen, bei so vagen Infos?

    • Christa Geyer

      Im Einwohnerbuch Zeulenroda und Triebes, Ausgabe 1948, in diesem Jahr vom Verlag Rockstuhl neu auf den Büchermarkt gebracht ist der Name Nöthlich aufgeführt.
      Nöthlich, Elisabeth, Schneiderin, Hohe Str. 20
      Nöthlich, Walter, Schneidermeistr., Scheunengasse 9

  22. Hanna Albrecht

    Guten Tag,

    meine Frage dreht sich um den in Ostsachsen örtlich begrenzt sehr häufig auftretenden Familiennamen *Israel* (cgl. wiki-genealogy). Wissen Sie, woher der Name in dieser Region kommt, da er sich offensichtlich schon seit dem 17.Jahrhundert dort hält? Im Internet habe ich bisher nur wenige Anhaltspunkte gefunden: so scheint *Israel* im Mittelalter ein gebräuchlicher Name in ganz Deutschland gewesen zu sein, sowohl für Juden als auch für Christen. Viel mehr ließ sich allerdings nicht herausfinden. Falls Sie noch eine Idee haben, würde ich mich sehr über eine Antwort freuen.

    Mit freundlichen Grüßen!
    Hanna

  23. Erich-F.Maechler

    Ich hätt eine Frage zu 2 Familiennamen.

    1.Fronknecht

    2.Mächler

    sind diese Namen jüdischer Herkunft. Also wir haben in unserer Verwandtschaft
    (Cousins meines Vaters die Familie Mendelssohn aus Berlin, die aber in die Schweiz
    gezogen sind. Meine Cousins 2.Grades sind nach der halacha 100 % Juden, weil die
    Mutter ist Jüdin, Hansi und Christian haben beide neben dem Schweizerpass auch
    noch den Pass von Israel.

  24. Melanie Kunzmann

    Hallo zusammen.
    Leider finde ich nirgends Informationen unserer Vorfahren. Ich weiss aber, dass meine Oma Ungarin war. Kann es sein das Kunzmann jüdischer Abstammung ist? Ich komme aus der Schweiz und sehe der „typischen Schweizerin“ überhaupt nicht ähnlich. Viele sprechen mich darauf an ob ich Italienerin oder Türkin wäre, das bin ich aber nicht.
    🙂 ps: super wie ihr die Fragen einzeln beantwortet!
    LG

  25. Zweibrot

    Mein Mädchenname ist Zweibrot. Wurde immer gefragt, ob es sich um ein jüdischen Namen handelt. Ich weiß es nicht. Kann mir jemand weiter helfen?

  26. Frederick fragt

    Ich habe nahe Bekannte mit dem Familiennamen Z U E C K E R .
    Der Name soll angeblich urspruenglich in der Naehe von Hannover
    vorgekommen sein und vielleicht juedischen Ursprungs sein.
    Moeglicheweise koennte es ein bedeutendes Untenehmen dieser Familie gegeben haben.
    Heute scheint er kaum noch vorzukommen.
    Vielen Dank im Voraus!

  27. B.HOOGSTRAAT

    Betrifft: Vor und Nachname!

    Bernhard Hoogstraat
    Stammt mein Name vom Hebräischen oder Jüdischen ab ??

    Mit freundlichen Grüßen

    Bernhard Hoogstraat

  28. Hallo ich wollte wissen ob Wolf auch ein jüdischer Nachname ist..weil ich gelesen habe dass er für Benjamin steht. Eine Freundin trägt den NAchnamen deshalb wollte ich es wissen.
    Was ist eine typischer Jüd.Nachname?

  29. Hallo liebes Team,

    ich habe den Namen „Hasenclever“ in der Familie, kann mir aber dessen Ursprung auf keinster Weise erklären …

    Ist das jüdischer Herkunft ?

    Vielen Dank vorab.

  30. Hendrik Prause

    Hallo,
    der Maedchenname meiner Mutter lautet Fuenfgelt.
    Laut Familiengeschichte soll sich die Familie im 18/19 Jhd. in einen juedischen und einen christlich getauften Zweig geteilt haben. Koennte da was dran sein?
    Danke
    H. Prause

  31. Können sie mir verraten ob Reichel ein jüdischer Nachname ist?
    Habe schon mehrfach gelesen das sich dieser Name wohl von Rachel (oder Abwandlungen ) abgeleitet hat, bin mir aber nicht sicher und würde gerne näheres Erfahren.

    Horrido.

  32. Frau Schön

    Guten Tag,

    ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Geschichte meiner Familie.

    Folgende Familiennamen habe ich in meiner Ahnenreihe gefunden, die evtl. einen jüdischen Ursprung haben könnten:

    – Jakob
    -Bara
    -Sommer

    und natürlich mein Familienname „Schön“. Meine Familie und ich danken Ihnen sehr für Ihre Erklärung der Namen im Voraus.

    Herzlichst Martina Schön

  33. Homa Jordis

    Ich würde gerne wissen woher der Familienname Igler kommt. Gab es nicht die Iglauer Juden? Wo kann ich das eruieren? es gibt meines Wissens nach einige Igler auch im Burgenland. gibt es so etwas wie ein Geburtenkatatster wo das nachvollziehbar wäre? in Wien habe ich es schon versucht – kein Eintrag. Vielen Dank für Ihre Ideen!

  34. Guten Tag liebe Leute,

    bei Nachforschungen zu dem namen den ich trage bzw. den namen aus meiner nahen Verwandschaft, tritt nun die frage auf ob einige dieser namen jüdischen Ursprungs ist.

    Zum einen macht mich die Geschichte meines Großvaters mütterlicherseits stutzig
    da sein Vater schon früh verstarb, konnte er mir keine weitere Infos zu ihm geben.
    doch soviel, von ihm hat er den Nachnamen HOLZMANN

    Desweiteren hat meine Großmutter ebenfalls mütterlicherseits einen ähnlich komischen Nachnamen bzw Mädchennamen.
    ihr Mädchenname lautet ROSENBACH

    könnt ihr mir bitte helfen die hintergründe bzw die Abstammung dieser beider namen zu ergründen???

    LG Viktor

  35. Hallo wissensreiche Namenskundler!
    1897 wurde meine Urgroßmutter mit dem Familiennamen „Zigeiner“ in einem Dorf in Niederschlesien geboren. 2 Jahre später, also 1899, wurde der Familienname in „Zigner“ geändert. Sie und ihr Vater, ein Schneidermeister, waren beide katholisch getauft. Handelte es sich um einen jüdischen Namen? Herzlichen Dank für eine Antwort und vielen Dank für die sehr interessante Seite!

  36. Rainer Wallner geb.Gerstenkorn 18.07.46

    Hallo und guten abend
    meine leibliche mutter käte und ihre schwester lotte gerstenkorn habe ich 1992 erst wieder gefunden
    bei unseren treffen sagten mir beide das sie im kz waren und zeigten mir auch tätowierungen ( nummern ) untern arm.
    ich habe dann versucht was rauszufinden aber ohne erfolg in daten von kozentationslagern war nichts aufzufinden
    jetzt meine frage : ist gerstenkorn ein jüdischer name ? und könnte ich jüdischer herkunft sein ?
    meine vater ist unbekannt angeblich soll es ein russischer offizier gewesen sein

  37. Ich bzw. wir möchten gerne wissen ob Winterstein ein jüdischer Nachname ist. Ich konnte im Internet dies leider nicht eindeutig klären. Bevor unsere Schwester heiratet möchten wir gerne wissen woher ihr künftiger Nachname kommt. Vielen Dank und viele Grüße aus Bamberg

  38. Hallo,

    ich bin auf der Suche nach dem Ursprung des Namens „Feuerstein“. Meine Mutter ist eine geborene Feuerstein und ihr Großvater ist laut ihrer Aussage jüdischer Herkunft. Dennoch wüsste ich gern, ob der Name „Feuerstein“ tatsächlich ein jüdischer Name ist oder doch auf das Geschlecht der Fürsteins zurückgeht.

    Können Sie mir helfen?

    Herzliche Grüße

  39. Guten Abend,

    Da ich seit Jahren auf der Suche nach Meinen Wurzeln bin aber nicht mehr weiterkomme, wollte ich über dieses Forum mal die Frage stellen nach der Herkunft des Namens Bornschein (Sachsen) und Schimmel (Bayern). Interessant für mich ist besonders auf welchem Weg ich qualitativ hochwertige und stimmige Informationen über meine Familienherkunft ich bekommen kann.

    Meine UrGrossmutter erzählte mir immer von jüdischer Verwandtschaft aber diesen „Link“ konnte ich leider bisher auch nicht herstellen und waere fuer Hilfe auf Basis der oben genannten Nachnamen sehr dankbar.

    Lieben Gruss

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