Die Entstehung von Familiennamen

Wann Menschen begonnen haben, einander Namen zu geben, ist nicht bekannt, und niemand weiß, welche Worte sie dazu benutzt haben, und was diese Worte für sie bedeuteten.

Ein wenig greifbarer ist die Entstehung von Familiennamen: Bereits im China des vierten Jahrhunderts vor Christus sind frühe Formen bekannt. Stark differenziert war das Namensystem, das die römische Kultur hervorgebracht hat: Zunächst bestand ein römischer Name aus einem Rufnamen, zu dem ein Sippen- und ein Familienname kam. So war der Mensch mit seinen Vorfahren verbunden, und jeder konnte erkennen, wo sein Platz in der Gesellschaft war.


In der Spätphase des Römischen Reiches verlor der Familienname aber seinen Charakter als Verwandtschaftsbezeichnung, zumindest im engeren Sinne. Freigelassene Sklaven trugen nun den Namen ihres letzten Herren. Manchmal hieß, wer das römische Bürgerrecht erhalten hatte, fortan nach dem beteiligten Verwaltungsbeamten. Im Jahre 212 nach Christus wurden Tausende nach Kaiser Caracalla benannt, der ihnen per Erlass Bürgerrecht gewährt hatte. Nie waren Namen von der Geschichte unabhängig, immer waren sie eng an die Entwicklung der Kultur und der Gesellschaft gebunden, in deren Rahmen sie gegeben wurden.

Nachdem sich das dreigliedrige römische Namensystem mit dem Ende der Antike aufgelöst hatte, führte Irland zu Beginn des zehnten Jahrhunderts nach Christus als erstes europäisches Land erbliche Familiennamen ein. Diese neue Einrichtung verbreitete sich zwar rasch über Europa, kam aber erst im späten 19. Jahrhundert zu einem Abschluss. So wurden entsprechende Gesetze in Dänemark erst im Jahre 1860, in der Türkei gar erst 1935 erlassen.

1 Kommentare

  1. Rolf Bocklet

    Könnt ihr mir detaillierte Hinweise auf den Ursprung des Familiennamens Bocklet geben.

    Besten Dank (ich kenne natürlich Bad Bocklet etc.)

    Mit freundlichen Grüssen
    Rolf Bocklet

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